GPS-Jamming …. und es hat jetzt auch den Norden von Deutschland erwischt.

Seit Februar 2022 kommt es vermehrt zu Störungen von Global Navigation-Satellitensystemen (GNSS), die EASA vermutet Jamming und Spoofing. Dieses Problem betrifft insbesondere die Gebiete rund um Konfliktregionen, außerdem sind aber auch das südliche und östliche Mittelmeer, das Schwarze Meer und die Ostsee betroffen sowie Teile der Arktis…

Mich wundert es nicht… doch was können wir tun, um unsere Abhängigkeit von dem einen System zu reduzieren, unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken? Also nicht nur Finger Pointing….

Jamming stört Satellitensignale immer häufiger. Doch nicht nur im Privaten, auch in wirtschaftlichen und öffentlichen Bereichen sind Navigationsdaten mittlerweile unerlässlich – sei es für automatisierte Prozesse in der Landwirtschaft, Satellitensignale in Stromnetzen, in Telekommunikationsnetzen oder bei Finanztransaktionen. GPS gehört zur Grundausstattung im Flug- und Schiffsverkehr.

Die zunehmende Abhängigkeit von GPS in verschiedensten Bereichen macht es notwendig, die Resilienz gegen Störungen zu stärken – hier einige Maßnahmen:

1. Diversifizierung der Navigationsquellen:

Redundante Systeme: Einsatz von alternativen Navigationssystemen wie Galileo, GLONASS oder Beidou.

Inertiale Navigationssysteme (INS): Diese Systeme nutzen interne Sensoren zur Positionsbestimmung und können GPS ergänzen oder kurzzeitig ersetzen.

Karten und Kompass: Traditionelle Navigationsmethoden erlernen und üben.

2. Verbesserung der Störungsresistenz:

GPS-Empfänger mit Anti-Jamming-Technologie: Diese Empfänger können Störsignale erkennen und unterdrücken.Einsatz von geodätischen Referenzstationen: Diese Stationen liefern hochpräzise Positionsdaten, die zur Korrektur von GPS-Fehlern verwendet werden können.

Entwicklung von robusteren GPS-Satelliten:
Satelliten mit höherer Widerstandsfähigkeit gegen Störsignale und Cyberangriffe.

3. Erhöhung der Cybersicherheit:

Verschlüsselung von GPS-Signalen: Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulation.

Härtung von GPS-Empfängern gegen Cyberangriffe: Einsatz von Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls und Software-Updates.

Sensibilisierung für Cyberbedrohungen: Schulung von Personal und Nutzern im Umgang mit GPS-Systemen.

4. Förderung von Forschung und Entwicklung:

Investition in neue Navigationstechnologien: Entwicklung alternativer, robusterer Positionierungssysteme.

Verbesserung der Störfestigkeit bestehender Systeme: Forschung an Verfahren zur Unterdrückung von Störsignalen.

Entwicklung von Frühwarnsystemen: Erkennung und Warnung vor GPS-Störungen.

5. Anpassung von Prozessen und Abläufen:

Entwicklung von Notfallplänen: Vorgehen bei Ausfall von GPS-Systemen.

Integration von redundanten Navigationsdaten in bestehende Systeme: Sicherstellung der Funktionsfähigkeit auch bei GPS-Störungen.

Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung von Plänen und Verfahren: Anpassung an neue Bedrohungen und Technologien.